BERR AUF ABSI-TAGUNG

Arbeitstagung bayerischer Solarinitiativen.

Marco Schamel und Valentin Heusgen

Ein sperriger Name für eine spannende Zusammenkunft. 
Die ABSI-Tagung hat sich ehemals nur auf den Bereich der Solarenergie fokussiert.  

Dieses Jahr, zur 31. Auflage, am 15. und 16. März 2024,  geht es inzwischen um die Energiewende als Ganzes, von der Erzeugung mittels Wind und Solar über die Speicherung bis hin zur Sektorenkopplung. Zentral ist der Austausch von unterschiedlichen Akteuren der Energiewende: Firmen, Forschung, Initiativen und auch Bürgerenergiegenossenschaften. 

Solar in Bayern: auch der Nachwuchs ist aktiv.

Von der BERR waren selbstverständlich auch einige Mitglieder vor Ort, unter anderem Marco Schamel und Valentin Heusgen. Beide sind mit unter 30 Jahren eher Exoten in solchen Kontexten von Energiewendepionieren. Doch gerade dieser Austausch mit anderen Generationen macht die Veranstaltung spannend. Wo wären wir denn ohne die Menschen, die vor 25/30 Jahren die Energiewende begonnen hätten? Und wo werden wir sein, wenn es keinen Nachwuchs gibt, der die Ideen weiterführt? Das Ziel, das alle vereint ist allgegenwärtig: 100 % Erneuerbare so schnell wie es nur geht. 

Bürgerenergiegenossenschaften sind dabei. Selbstverständlich.

Was muss in Bayern passieren, damit wir uns Richtung Klimaneutralität bewegen? Die Forschungsstelle für Energiewirtschaft hat dafür den Bayernplan entwickelt. Dieser zeigt sehr deutlich auf, dass die Aufgaben für uns ambitioniert, aber nicht abwegig sind – wenn wir wollen und entsprechendes Handeln jetzt einleiten. Dabei spielen Bürgerenergiegenossenschaften eine zentrale Rolle. Im Zusammenschluss mit anderen Menschen lassen sich viele Projekte verwirklichen. Und dies von und für die Menschen vor Ort! 

Diese Rolle wurde von vielen Referierenden hervorgehoben. Bürgerenergiegenossenschaften gibt es in Bayern und Deutschland eine Vielzahl, die in den letzten Jahren schon viel erreicht haben. Im direkten Austausch wurde deutlich, dass die einzelnen Genossenschaften sich als Partner verstehen und gemeinsam an größeren Zielen arbeiten. Ein Austausch auffachlicher und menschlicher Ebene ist sehr wichtig für eine gute Zusammenarbeit. 

„Energiewende – Einfach machen!“ 

das war also das Motto der ABSI-Tagung. Auf der einen Seite geht es natürlich darum, die Energiewende umzusetzen. Auf der anderen Seite soll die Energiewende zugänglich und verständlich für eine breite Bevölkerung gemacht werden. Na, wenn da nicht die BERR eine ideale Lösung ist! Tolle Projekte in der Region mit echter Bürgerbeteiligung!

BERR Ökostrom für Bernhardswald

Ludwig Meier (BERR Vorstand), Florian Obermeier (1.Bürgermeister Bernhardswald) und Joachim Scherrer (BERR Vorstandsvorsitzender), v.l.n.r., bei der Vertragsunterzeichnung

Vierhundert kWp auf kommunalen Dächern

Die Gemeinde Bernardswald hat mit der BERR einen Vertrag über die Lieferung von regionalem, erneuerbarem Strom geschlossen. Auf mehreren Gebäuden der Gemeinde werden demnächst Photovoltaik-Anlagen installiert, und zwar mit einer Kapazität von insgesamt etwa 400 kWp. Konkret geht es um zwei Schulen (Pettenreuth und Bernhardswald), den Kindergarten, den Recyclinghof  und mehrere Feuerwehrgebäude.

Die Gemeinde hatte in einem ersten Anlauf 2023 eine Ausschreibung für die Projekte gestartet, allerdings ohne Erfolg. Nach dem Kontakt mit der BERR und einer Vorstellung durch Jochen Scherrer beim Gemeinderat war die Entscheidung relativ schnell getroffen. Die Argumente waren überzeugend:

  • keine eigenen Investitionskosten für die Kommune
  • günstiger, regional erzeugter Strom von den eigenen Dächern der Gemeinde
  • die Bürgerinnen und Bürger können selber Anteile an der Genossenschaft erwerben und damit am Erfolg der Ablagen partizipieren
  • Kein fremder Groß-Investor mit einer womöglich undurchsichtigen Geschäftsstrategie

Bernhardswald will Vorbild sein

Der erste Bürgermeister, Florian Obermeier ist sehr zufrieden mit der gefundenen Vereinbarung.

„Die Gemeinde kann damit auch ihre Vorbildfunktion erfüllen, das ist eine gute Sache und wir setzen ein klares Zeichen. Unsere Kommune ist in der Energiewende insgesamt auch gut mit dabei, wir haben zum Beispiel zwei große Freiflächenanlagen im Gemeindegebiet. Und wir haben, teilweise in Kooperation mit den Nachbargemeinden, deutlich mehr Flächen als gefordert auch für den Ausbau von Windenergie gemeldet. Wir sind froh, dass es die BERR gibt und dass wir auf diesem Weg eine gemeinschaftstaugliche Lösung gefunden haben. Wenn möglich, werden wir auch noch weitere Taten folgen lassen, zum Beispiel prüfen wir eine Teilfläche von unserem Bauhof auf PV-Tauglichkeit.

BERR eG und naturstrom feiern 10-jährige Zusammenarbeit

Schon gewusst? Erstes Mieterstrom-Projekt Bayerns startete in Regensburg

Regensburg, 22. Februar 2024. Joachim Scherrer von der Bürger Energie Region Regensburg eG (BERR) besuchte pünktlich zum 10. Jubiläum der Zusammenarbeit den neuen naturstrom-Standort in Regensburg.

Von links nach rechts: Sonja Frisch (naturstrom), Joachim Scherrer (BERR eG), Franziska Mehrbach (naturstrom), Andrea Bayer (naturstrom), Justin Schlecht (BERR eG)

Joachim Scherrer und Justin Schlecht waren im neuen naturstrom-Büro in der Ludwig-Eckert-Straße in Regensburg eingeladen. Gefeiert wurde nicht nur die Eröffnung des 14. naturstrom-Standorts, sondern auch die 10-jährige Kooperation der beiden Energiewende-Vorreiter. Diese nahm mit einem besonderen Projekt ihren Anfang.

Erstes Mieterstromprojekt Bayerns in Regensburg

2014 hat die BERR in enger Zusammenarbeit mit der NaBau eG und naturstrom das „Haus mit Zukunft“ entwickelt. Der Strom aus der Photovoltaik-Anlage vom Dach fließt direkt in die Steckdose, ohne Umwege über das öffentliche Netz. Dadurch entfallen die Netzentgelte und Abgaben an den Netzbetreiber. So können die Bewohnerinnen und Bewohner den gebäudeeigenen Solarstrom als Mieterstrom-Tarif beziehen. Noch vor der offiziellen Einführung des Konzepts „Mieterstrom“ wurde so das erste Mieterstromprojekt Bayerns in Regensburg geboren.

Energiewende passiert vor Ort

Für Andrea Bayer ist es eine Herzensangelegenheit, mit regionalen dezentralen Erzeugungsanlagen eine enkeltaugliche Zukunft zu schaffen. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort, das heißt mit einer engen Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern. So werden Anlagen wie zum Beispiel Solarparks nicht an externe Betreiber verkauft, sondern generieren im Betrieb mit lokalen Partnern Gewinne vor Ort. naturstrom legt von Anfang an größten Wert auf Information, Transparenz und Teilhabe. 

Die 10-jährige Zusammenarbeit mit der BERR ist auch ein klarer Wegweiser nach Regensburg gewesen. Für Andrea Bayer steht fest: „Die Wertschöpfung beim Ausbau der Erneuerbaren muss in der Region, also bei den Bürger:innen und den Kommunen bleiben.“ Dafür steht naturstrom als Pionier der Energiewende seit 25 Jahren.

Joachim Scherrer:

„Ich war richtig gerührt, dass wir von den Naturstrom-Leuten einen Geburtstagskuchen überreicht bekamen. Das ist wirklich eine tolle Kooperation, und zwar schon eine lange Zeit. So meistern wir die Energiewende vor Ort in Regensburg und Umgebung gemeinsam mit engagierten, loyalen und fairen Partnerschaften…“

BERR-Solarstrom für VKKK Nachsorgezentrum

Der VKKK, der Verein zur Förderung krebskranker und körperbehinderter Kinder Ostbayern e.V.  eröffnet in Zeitlarn ein Nachsorgezentrum. Auf das Dach dieser Einrichtung kommt eine Solaranlage der BERR, der Verein und seine Schützlinge bekommen auf diese Weise günstigen und regionalen Ökostrom.

Irmgard Scherübl, Vereins-Vorsitzende VKKK und Joachim Scherrer, Vorstandsvorsitzender der BERR eG

Marcus Mittermeier als Botschafter

Der Regensburger Schauspieler und Regisseur Marcus Mittermeier ist einer der prominenten „Botschafter“ des VKKK, er meldete sich vor etwa zwei Jahren bei Joachim Scherrer. Und zwar mit dem Vorschlag, dass die BERR doch das geplante Nachsorgezentrum in Zeitlarn mit günstigem und regionalen Ökostrom versorgen könne. Aus dieser Idee ist inzwischen eine vielversprechende Kooperation geworden, die PV-Anlage wird für circa 100 kWp dimensioniert.

Vom Krebs geheilt

Das Nachsorgezentrum soll eine Oase für Kinder werden, die medizinisch als vom Krebs geheilt gelten. „Ist der Krebs besiegt, sind die jungen Patienten noch lange nicht wieder gesund und fit“, erklärt Günther Lindner, stellvertretender Vorsitzender des VKKK. Sie müssen die Folgen der oft aggressiven Therapien auskurieren. Zusammen mit ihren Eltern und Geschwistern müssen sie nach einem oft monatelangen Alarm- und Ausnahmezustand zurück ins normale Leben finden. Das soll das Nachsorgezentrum mit seinem breiten Therapie- und Freizeitangebot ermöglichen.

Der Rohbau steht, das Dach des Nachsorgezentrums wird gerade gedeckt. Die VKKK-Vorsitzende Irmgard Scherübl, die neue Geschäftsführerin Alexandra Wildner und Projektleiter Günther Lindner (von links) sind mit dem Baufortschritt zufrieden. (Foto: Christian Omonsky)

„Dafür bietet das Gebäude mit seinen durchdachten Räumen, dem großzügigen Außengelände und der Ausstattung beste Voraussetzungen“, sagt Alexandra Wildner, die neue Geschäftsführerin. „Doch es muss mit Leben erfüllt werden. Für den laufenden Betrieb, besonders aber für den Start und die ersten drei Jahre, werden wir dauerhaft auf großzügige Spenden angewiesen sein.“ Dafür neue Konzepte zu entwickeln, macht sich die Geschäftsführerin zur Aufgabe. Noch will sie keine Details verraten. Sie denkt aber an Sponsoringkonzepte, die Unternehmen langfristig an den VKKK binden. Oder an regelmäßige Veranstaltungsformate, um sowohl Geld zu sammeln als auch die Marke VKKK Ostbayern e.V. noch stärker in der Region zu verankern.

Gemeinsam und ehrenamtlich

Die BERR jedenfalls trägt ihren Teil zu dieser sehr vorbildlichen Initiative bei. Hier arbeiten zwei Organisationen zusammen, die auf privatem und ehrenamtlichen Engagement aufbauen.

Jan Hegenberg

Weltuntergang fällt aus

…so heißt das Buch von Jan Hegenberg, der am Dienstag (23.Januar) im Leeren Beutel zu Gast war. Die Veranstaltung wurde von „regensburg-regenerativ“ organisiert und war sehr gut besucht.

Mutmachen ohne Schönfärberei

Ich hab die Veranstaltung gemeinsam mit einigen BERR-Mitstreitern und Mitstreiterinnen besucht und bin froh, da gewesen zu sein. Jan Hegenberg hat eine sehr inspirierende und mitreissende Art, über die doch etwas schwierigen Themen wie den Klimawandel und die Energiewende zu plaudern.

Plaudern heißt nun überhaupt nicht dass es oberflächlich oder gar belanglos geklungen hätte. Er beherrscht stattdessen die seltene Kunst, ein „schwieriges“ Thema konstruktiv anzupacken, ohne es auch nur ansatzweise verharmlosen zu wollen. Es macht tatsächlich Spaß, so jemandem zu so anstrengenden Themen zuzuhören und sich mit ihm auszutauschen.

Wer ist Jan Hegenberg

Jan Hegenberg

BWL-Studium, IT- und Technik-affin, mehrfacher Vater, Blogger und Bestseller Autor. Sein Blog „Der Graslutscher“ stammt aus einer Zeit, in der es bei ihm noch hauptsächlich um Veganismus ging.

Inzwischen ist die Seite aber eine wirklich gute Quelle zu vielen Themen rund um die Energiewende, die Mobilitätswende und vieles mehr. 

Weltuntergang fällt aus

Für sein Buch hat Jan Hegenberg offensichtlich sehr gründlich recherchiert, er ist gut im Thema. Und er bleibt auf dem Teppich:

„…Wer sich für dieses Thema auch nur ansatzweise interessiert, erfährt von mir sicher nichts Neues, wenn ich jetzt zum tausendsten Mal maximal bedrohlich beschreibe, wie gefährlich eine unkontrollierte Erderwärmung für uns Menschen ist. Ja, ja ist gefährlich, wissen wir. Schmelzende Gletscher, Dürren, Überschwemmungen, bla bla bla. Aber die viel interessantere Frage ist doch: Was machen wir denn jetzt, wo wir das wissen? …“
(Hegenberg, Jan: Weltuntergang fällt aus! Warum die Wende der Klimakrise viel einfacher ist, als die meisten denken, und was jetzt zu tun ist. Komplett-Media Verlag)

Und die Antwort wird schon in der frechen Überschrift des nächsten Kapitels gespoilert: „Wir können und werden die Klimakrise lösen“

Energiekommunikation, die nicht nur in der Blase funktioniert (hoffentlich…)

Dementsprechend geht’s im ganzen Buch um die wichtigsten Aspekte der Energiewende, gut und gründlich mit Fakten und Quellen hinterlegt, aber vor allem auch immer in einem gut lesbaren Modus. Es macht tatsächlich „Spaß“, so ein Buch zu lesen, auch wenn das Thema nun mal nicht so witzig ist. Ein erfreulich angenehmer und für mich auch wegweisender Ansatz, wie die „Klimakommunikation“, in diesem Fall die „Energiekommunikation“ gelingen kann. Das heisst dass in dieser Tonalität auch Leute erreicht werden können, die nicht eh schon in der Klima-Bubble leben. Zumindest kann ich mir das vorstellen und möchte ich das glauben…. 

Valentin Heusgen
Valentin Heusgen

Die Veranstaltung wurde übrigens von „regensburg-regenerativ“ organisiert, einem Bündnis von verschiedenen lokalen Gruppen, die sich – wie die BERR auch – für eine klimaneutrale Energieversorgung in und um Regensburg einsetzen. Valentin Heusgen, der sowohl bei „regensburg regenerativ“ als auch bei der BERR engagiert ist, übernahm die An- und Abmoderation. 

BERR Marketing: Mithilfe erwünscht!

Die BERR will, kann und sollte unbedingt wachsen. Noch viel zu wenig Menschen in der Region wissen von dieser einfachen Möglichkeit, sich an der Energiewende vor Ort zu beteiligen.

Damit sich das ändert, betreiben wir Marketing und Kommunikation. Aktuell besteht unser Marketing-Ausschuss aus drei Personen, die natürlich alle ehrenamtlich nur sehr begrenzt Zeit und Energie in diese wichtige Arbeit stecken können. 

Drum hätten wir gerne Zuwachs!

Wenn Sie Lust, etwas Zeit und auch ein paar Kompetenzen  mitbringen, wäre auf folgenden Arbeitsfeldern was zu tun:

  • Website
    • Pflege und weitere Entwicklung. 
    • Erfahrung mit WordPress wäre hilfreich
    • Medien-Design, Media-Produktion (Text, Bild, Audio, Video…)
  • Content
    • Schreiben von Artikeln rund um die Energiewende vor Ort. Konkretes zur Situation in und um Regensburg, aber auch allgemeine Themen zu Ökologie, Klimawandel, Energieversorgung etc.
    • Redaktionelle Arbeit: Planen von Content, Koordination von Autoren und Autorinnen, Redigieren und Einpflegen der Inhalte
  • Social Media
    • Unser Facebook-Account wartet auf freundliche und kompetente Betreuung
    • Andere Social Media Kanäle wie Instagram oder YouTube sollten unbedingt in unsere Kommunikation einbezogen werden
  • Events
    • Live- und Online-Events (z.B. BERR-Treff) müssen geplant und organisiert werden. Suche einer geeigneten Location, Einladungen etc.
  • Netzwerk
    • Es gibt in der Region, aber auch innerhalb der Branche der erneuerbaren Energien und der Energiegenossenschaften noch ganz viele Akteure, mit denen wir den Austausch suchen sollten.

Wollen und werden Sie uns bei einer dieser „Baustellen“ helfen? Wir freuen uns jedenfalls auf aktive Mitstreiter und Mitstreiterinnen, die dazu beitragen wollen, dass die „Energie in Bürgerhand“ in der Region Regensburg weiter wächst und gedeiht.

Bei Interesse und/oder weiteren Fragen melden Sie sich bitte unter:

kontakt@berregensburg.de

Stromampel-App zeigt an: So grün ist Europas Strommix

Viele Besitzerinnen und Besitzer von Elektroautos, Wärmepumpen oder Smart Homes möchten einen möglichst grünen Strommix nutzen. Die »Stromampel«- App des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE, die seit heute für Android-Geräte im App Store verfügbar ist, zeigt für zwölf europäische Länder den aktuellen Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung sowie für 34 Länder den Day-Ahead-Börsenstrompreis an. So können Nutzerinnen und Nutzer ihre Stromverbräuche entsprechend anpassen.

Der Anteil Erneuerbarer Energien an der öffentlichen Nettostromerzeugung nimmt stetig zu, in Deutschland lag er z.B. im ersten Halbjahr 2023 im Schnitt bereits bei 57,2 Prozent. Der Anteil an der Last lag im ersten Halbjahr bei 55,9 Prozent. »Um angesichts dieses wetterabhängigen grünen Stromangebots den Bedarf an Speichern zu minimieren, ist es sinnvoll, den Stromverbrauch an das Angebot anzupassen«, erklärt Prof. Bruno Burger, Senior Scientist am Fraunhofer ISE. Sein Team hat daher die Stromampel-App entwickelt, die den aktuellen Erneuerbare-Energien-Anteil an der Last anzeigt. Diese ist im Google Play Store für Android (ab Android 8) und als direkter Download auf der Webseite Energy-Charts.info verfügbar. An einer iOS-Version (ab iOS 16.2) arbeitet das Team ebenfalls. Die App ist aktuell in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch verfügbar.

Grundlage der Ampel-Anzeige ist die Relation zwischen dem aktuellen Erneuerbaren-Energien-Anteil und dem durchschnittlichen Angebot aus den letzten fünf Jahren für den jeweiligen Monat (z.B. 48,0 Prozent für den Monat Juni). Liegt der aktuelle Anteil zehn Prozent unter diesem Durchschnitt, zeigt die Ampel rot an, liegt er zehn Prozent darüber, wird grün angezeigt. Die Werte dazwischen sind gelb. Die Stromdaten liegen dabei im Viertelstunden-Takt vor. Die Daten werden in der Regel jede Stunde neu geladen, um immer die aktuelle Prognose zu zeigen. Als Vorhersage stehen die Daten in aller Regel ab 19:00 Uhr für den nächsten Tag zur Verfügung.

Wer es genauer wissen möchte, kann sich auch den aktuellen und prognostizierten Beitrag der einzelnen erneuerbaren Quellen an der Last betrachten.

Neben dem Anteil der Erneuerbaren Energien lässt sich auch der Day-Ahead-Börsenstrompreis für 34 europäische Länder als Grundlage für die Stromampel verwenden.

Daten offen für alle Interessenten zugänglich

Das Team des Fraunhofer ISE stellt die Daten auf der Webseite der Energy-Charts, der Apps sowie über eine offene Schnittstelle (API) für alle Interessenten zur Verfügung.

So können Nutzerinnen und Nutzer ihre Smart Home-Geräte entsprechend starten, wenn die Ampel auf »grün« wechselt. Auch das Laden eines Elektrofahrzeugs an einer Ladestation oder andere stromfressende Prozesse (z.B. IT-Prozesse mit großen Datenmengen) lassen sich so steuern. Ein Elektrofahrzeug fährt durchschnittlich 300 Kilometer in der Woche, der Ladevorgang lässt sich oft zeitlich schieben.

»Einen finanziellen Anreiz bietet unsere Stromampel im Gegensatz zu anderen Apps nicht. Sie soll in erster Linie die Nutzung erneuerbaren Stroms maximieren und mehr Transparenz in den Stromverbrauch bringen«, erklärt Leonhard Probst aus dem Team der Energy-Charts. Durch die Nutzung des Stroms in Zeiten mit einem hohen Angebot erneuerbaren Stroms können die Verbraucherinnen und Verbraucher selbst aktiv an der Energiewende teilnehmen.

Europäischer Marktführer BSH nutzt App zur Steuerung

Die BSH Hausgeräte GmbH, zu der Marken wie Bosch, Siemens, Gaggenau und Neff gehören, setzt die Daten der Stromampel bereits ein. Mittels der Home Connect-App des führenden europäischen Hausgeräteherstellers können Nutzer und Nutzerinnen ihre intelligenten Küchen- und Hausgeräte steuern. Sie können entsprechend des Stromangebots Programme automatisch dann starten lassen, wenn gerade besonders viel Erneuerbare Energien in das Stromnetz einspeisen.

(Pressemitteilung des Fraunhofer Instituts)

Großprojekt mit der BERR in Planung

Energiepark Regensburg Ost: grüner Strom von der BERR für die Industrie

Im Osten von Regensburg soll ein großer Solarpark auf einer Fläche von ca 20 Hektar entstehen. Das Projekt ist eine gemeinsame Initiative der vier Unternehmen Continental, Siemens, Vitesco Technologies und Aurelis. Die notwendigen Flächen gehören der Stadt Regensburg und werden an die BERR verpachtet werden.

Prof.Dr.Georg Barfuß, Leiter des Referates für Wirtschaft, Wissenschaft und Finanzen, stellte den aktuellen Stand der Planung in einer Sitzung des Planungsausschusses am 5.Dezember 2023 den Ausschussmitgliedern vor. Er und die Projektpartner bekamen in dieser Sitzung sehr viel Zustimmung, außer ein paar fachlichen Fragen kamen keine größeren Einwendungen.

Die vier Unternehmen werden mit diesem Solarpark und den noch zusätzlichen Ausbaustufen ihren CO2 Ausstoß langfristig um bis zu 85 Prozent senken. Sie formulieren ihre Zielsetzung gemeinsam: 

„Wir möchten einen wichtigen Beitrag zur dezentralen, regionalen und CO2 neutralen Energieversorgung von morgen leisten und sehen das Projekt ERO als Leuchtturmprojekt für Regensburg. Uns vier beteiligten Unternehmen ist es gemeinsam mit der Stadt Regensburg ein Anliegen auch im Sinne zukünftiger Generationen das Thema Nachhaltigkeit weiter voran zu treiben und so einen wesentlichen Baustein für einen innovativen und nachhaltigen Wirtschaftsstandort der Zukunft zu bilden“

Die BERR soll die Planung und den Betrieb der Anlage übernehmen, damit haben Bürger und Bürgerinnen auch die Möglichkeit, sich als Genossenschaftsmitglieder zu beteiligen und auch zu profitieren. 

„Dieses große Projekt soll und wird für die BERR ein Meilenstein werden, wir freuen uns sehr, dass wir den Bau und den Betrieb des Solarparks übernehmen dürfen. Und darüber, dass wir damit allen Interessierten die Möglichkeit bieten können, aktiv und sinnvoll in die Energiewende bei uns vor Ort zu investieren“.

Joachim Scherrer, Vorstandsvorsitzender der BERR eG

Übrigens: Wenn Sie dieses Projekt und auch die anderen Projekte der BERR sinnvoll und interessant finden, wenn Sie sich gerne selber im Rahmen der regionalen Energiewende engagieren möchten, wenn Sie also mit einer Einlage in unsere Genossenschaft Ihr Geld für den Erhalt unserer Umwelt arbeiten lassen wollen – hier geht’s zum Antrag auf Mitgliedschaft. Einfach downloaden, ausfüllen und an uns zurück schicken. Wir freuen uns auf Sie…!

Junge Energie beim Solarpark der BERR

Sechzig Kinder aus der Grund- und Mittelschule Laaber haben am 20. November 2023 mit Hilfe der Energieagentur Regensburg und der Bürger Energie Region Regensburg eG ihrer Ausbildung zu Energieagentinnen und Energieagenten das i-Tüpfelchen verliehen.

Bei bestem Pflanzwetter trafen sich drei Klassen aus der Grund- und Mittelschule Laaber mit ihren Unterstützern auf der Pflanzfläche. Diese befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Solarpark der BERR am Steinbuckel bei Bergstetten. Unser erster Versuch, die Ausgleichsfläche zu bepflanzen war damals ja leider nicht von Erfolg gekrönt, drum wollten wir das jetzt in die Hand von „Profis“ abgeben. Klar, dass hier die Schulkinder aus Laaber gerne einspringen.

Im Unterricht haben sie gemeinsam mit Katja Kunstmann und Johannes Zange aus der Energieagentur Regensburg im Rahmen der Energiebildungsoffensive schon erarbeitet, dass es ungemein wichtig ist, Bäume zu pflanzen. Ein Baum hat einen unschätzbar großen Wert für die Umwelt und die Menschen. Als nun Joachim Scherrer von der BERR eG an die Energieagentur herantrat, war der Plan, gemeinsam mit den Schulkindern die Fläche zu bepflanzen, schnell gefasst.

Am 20. November war es dann so weit. Das Busunternehmen Meier aus Aichkirchen gabelte die pflanzwilligen Schulkinder auf und brachte sie mitsamt Ausrüstung nach Bergstetten. Auf der Pflanzfläche angekommen hieß es dann erst einmal: „Löcher graben!“ Diesen Aufruf folgten die Kinder gerne und gruben mit teils abenteuerlichem Gerät, aber unter vollem Einsatz 40 Löcher in den nassen Lehmboden. Dann folgte das große Finale: Ein Hupen ertönte und kündigte die Ankunft der Bäume an. In Windeseile wurden die Bäume und Stützpfähle abgeladen, verteilt und eingepflanzt.

Entstanden ist eine richtige, echte Streuobstwiese mit verschiedenen Birn-, Apfel- und Süßkirschbäumen. Vielen Dank an alle Unterstützer, die Energieagentur, Busunternehmen Meier, Garten Punzmann GmbH und vor allem den Schülerinnen und Schülern und deren Lehrkräften!

Gemeinsam! BERR Solarpark wird von Mitgliedern gepflegt.

Am letzten Samstag (4.November 2023) folgten 19 Mitglieder – bei strahlendem Sonnenschein – dem Aufruf zur „Entkrautung“ unserer Großanlage in Bergstetten bei Laaber. Zahlreiche Sträucher und Kleinstbäume drohten den Zaun der Solaranlage (mit 1MW/P und knapp 4.000 Modulen) zu beschädigen. 

Für einige von uns war es der erste Besuch im BERR Solarpark, und für diejenigen war die Anlage wirklich beeindruckend. Es macht tatsächlich ein bisschen stolz, „Miteigentümer“ einer solchen Komponente für die Energiewende vor Ort zu sein. Und man kann sich lebhaft vorstellen, welche Anstrengungen für die Entstehung dieses Projekts notwendig waren. Respekt vor den fleissigen (ehrenamtlichen) „Machern“!

Gestärkt mit Butterbrezen und Softdrinks rückten wir dem Wildwuchs zu Leibe, teilweise mit Heckenscheren und Motorsensen. Alle haben zusammengeholfen, alle haben angepackt, für alle gab’s was zu tun.

Eine neue Datenleitung ist bei dieser Gelegenheit auch vergraben und angeschlossen worden. Das war notwendig geworden, weil wohl ein Marder das Originalkabel angeknabbert hat. Auch ein paar Hasen haben wir mit unserer Aktion aufgescheucht, die können dort ein und aus, weil der Zaun am unteren Ende genau dafür einen entsprechenden Abstand hat. Das Gras zwischen und unter den Modulen wird von Schafen kurz gehalten. Eine Herde von ungefähr fünfzig Tieren kommt zwei bis drei Mal im Jahr extra dafür vorbei.

Nach nur knapp 3 Stunden war das Gröbste erledigt. Jetzt können wir nur hoffen, dass die Anlage nicht allzu oft abgeschaltet wird.

Allen Helfern und Helferinnen nochmals herzlichen Dank!