Verstärkung gesucht! Die BERR wächst und braucht neue Kräfte.

Wir suchen dringend Leute, die bei verschiedenen Aufgaben mithelfen. Das können „Ehrenamtliche“ sein, die bei den verschiedenen Projekten mit Hand anlegen. Aus gegebenem Anlass stellen wir darüberhinaus ein:

  • eine/-n Geschäftsführer/-in für die neue BERR-Projekt GmbH
  • eine/-n Werkstudent/-in für den Bereich Marketing

Unsere Genossenschaft lebt größtenteils vom ehrenamtlichen Engagement der Mitglieder. Es besteht deshalb laufend Bedarf an Freiwilligen, die sich an vielen Stellen herzlich gerne einbringen könnten. Zum Beispiel:

  • Pflege und Kontrolle der Anlagen
  • Organisation und Mithilfe bei Veranstaltungen
  • Vernetzung mit anderen engagierten Menschen und Organisationen
  • Marketing-Aufgaben, z.B. Content-Erstellung
  • u.v.m.

Natürlich sind wir auch dankbar für helfende Köpfe und Hände, die noch nicht Mitglieder der BERR sind, sich aber anderweitig für die Energiewende vor Ort einsetzen möchten. Interessierte melden sich bitte unter info@berregensburg.de

Weil die BERR derzeit glücklicherweise auf einem deutlichen Wachstumspfad ist, haben wir aktuell auch die folgenden Stellen zu besetzen:

Geschäftsführer (m/w/d) für die BERR Projekt-GmbH

Das Risiko-Management und andere betriebswirtschaftliche Gründe haben zu der Entscheidung geführt, dass wir uns eine GmbH zur Seite stellen, die viele der organisatorischen und kaufmännischen Aufgaben übernimmt. Für diese GmbH (in Gründung) suchen wir ab sofort eine engagierte und erfahrene Geschäftsführung.

Hier geht‘s zur Stellenausschreibung

Werkstudent/-in Marketing

Wir wollen die Kommunikation mit Mitgliedern, Interessierten und einigen anderen „Zielgruppen“ deutlich verbessert und ausbauen. Dabei soll uns ein/-e Werkstudent/-in helfen, welche/-r sich eine Arbeit mit Sinn wünscht und erste Erfahrungen im Marketing mitbringt.

Hier geht‘s zur Stellenausschreibung

Bitte diese Stellenausschreibungen gerne an Freunde und Bekannte weiterleiten…!

Warum wir Mitglieder bei der BERR sind

Axel Schulze und Tobias Leitl

Zwei junge Männer, sie sind beide Intensivpfleger an der Uni-Klinik in Regensburg, sind Mitglieder bei der BERR. Sie beschreiben, was sie dazu gebracht hat, sich in einer Energiegenossenschaft einzubringen.

Gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft: Unsere Motivation für die Mitgliedschaft in der BERR


Wir sind Axel Schulze und Tobias Leitl, beide leben und arbeiten wir in Regensburg. Angesichts der immer spürbareren Auswirkungen des Klimawandels nicht nur in Deutschland, sondern weltweit, haben wir uns dazu entschlossen, aktiv zu werden und einen Beitrag zur nachhaltigen Energieerzeugung zu leisten. Genau aus diesem Grund sind wir überzeugte Mitglieder der Bürgerenergie Region Regensburg (BERR), einer Energiegenossenschaft, die sich für erneuerbare Energien einsetzt.

Klimawandel hier und jetzt

Der Klimawandel ist keine ferne Bedrohung mehr – er zeigt sich direkt vor unserer Haustür. Extreme Wetterereignisse, Hitzewellen und steigende Meeresspiegel sind keine bloßen Schlagzeilen, sondern Realität. Deutschland bleibt von diesen Entwicklungen nicht verschont. Als verantwortungsbewusste Bürger möchten wir nicht nur zusehen, sondern handeln. Wir sind überzeugt, dass eine nachhaltige Zukunft nur durch gemeinsame Anstrengungen erreicht werden kann.
Die BERR bietet uns die Möglichkeit, aktiv zu werden und unseren Teil zur Energiewende beizutragen. Energiegenossenschaften wie die BERR sind eine sinnvolle Antwort auf die Herausforderungen des Klimawandels. Sie ermöglichen es uns, unsere Kräfte zu bündeln und Projekte zur erneuerbaren Energieerzeugung in unserer Region zu unterstützen. Gemeinsam können wir Solaranlagen und Windparks fördern, die nicht nur umweltfreundlich sind, sondern auch wirtschaftliche Chancen bieten.

Gemeinsam vor Ort für die Energiewende aktiv werden

Unsere Mitgliedschaft bei der BERR ist nicht nur eine Investition in eine nachhaltige Zukunft, sondern auch ein Zeichen für unser Engagement. Als Teil einer starken Gemeinschaft tragen wir dazu bei, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und die CO2-Emissionen zu reduzieren. Wir sind überzeugt, dass Energiegenossenschaften wie die BERR eine wichtige Rolle dabei spielen, eine grünere und nachhaltigere Zukunft zu gestalten.
In einer Zeit, in der Handeln dringend erforderlich ist, sind wir stolz darauf, gemeinsam mit Gleichgesinnten bei der BERR aktiv zu sein. Unser Antrieb ist klar: Wir wollen eine Welt hinterlassen, in der zukünftige Generationen in einer gesunden Umwelt leben können. Und wir sind fest davon überzeugt, dass der Weg dorthin über erneuerbare Energien und nachhaltiges Handeln führt – Werte, die wir in der BERR leben und teilen.

Nettostromerzeugung im 1. Halbjahr 2023: Rekordanteil Erneuerbarer Energien von 57,7 Prozent

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat im Juli die Daten zur öffentlichen Nettostromerzeugung für das erste Halbjahr 2023 vorgestellt, die aus der Datenplattform Energy-Charts hervorgehen.

Mit einem Anteil von 57,7 Prozent an der Nettostromerzeugung zur öffentlichen Stromversorgung – also dem Strommix, der aus der Steckdose kommt – lag die Erzeugung aus erneuerbaren Energien deutlich über dem Vorjahr (51,8 Prozent). Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch lag bei 55,5 Prozent. Solar- und Windenergieanlagen speisten gemeinsam 97 Terawattstunden (TWh) in das öffentliche Netz ein, gegenüber 99 TWh im ersten Halbjahr 2022. Die Stromproduktion aus Braunkohle (- 21 Prozent), Steinkohle (- 23 Prozent), Erdgas (-4 Prozent) und Kernenergie (- 57 Prozent) ging dagegen zurück.

© Fraunhofer ISE/energy-charts.info

Die Grafik zeigt die Nettostromerzeugung aus Kraftwerken zur öffentlichen Stromversorgung. Das ist der Strommix, der tatsächlich aus der Steckdose kommt. Die industrielle Erzeugung für den Eigenverbrauch ist bei dieser Darstellung nicht berücksichtigt.

Im ersten Halbjahr 2023 war eine Normalisierung der Energiepreise zu beobachten: der Erdgaspreis und der Börsenstrompreis sind wieder auf das Niveau vor dem Ukraine-Krieg gesunken, lagen aber noch über den Preisen von 2021. Die Auswirkungen des AKW-Ausstiegs mit der Abschaltung der letzten Atomkraftwerke Isar 2, Emsland und Neckarwestheim2 im April 2023 sind gut verkraftet worden. Faktoren wie die zunehmende Produktion aus erneuerbaren Quellen, das Wetter und die gestiegene Produktion in den europäischen Nachbarländern wirken sich deutlich stärker auf den Strompreis aus als die Abschaltung der drei AKWs. Die fehlenden 30 TWh der abgeschalteten Reaktoren wurden durch geringeren Verbrauch, verringerte Exporte, gesteigerte Importe sowie den Zubau von Solar- und Windkapazität kompensiert.

Die Last lag im ersten Halbjahr bei 234 TWh (1. Halbjahr 2022: 250 TWh) und setzt damit den sinkenden Trend fort. Die Stromproduktion sank gegenüber dem ersten Halbjahr 2022 von 252 TWh auf 225 TWh. Der Export von Elektrizität nach Frankreich ging zurück, nachdem die französischen Atomreaktoren wieder ans Netz gegangen sind. Der Export nach Österreich und in die Schweiz sank aufgrund der höheren Eigenerzeugung und des geringeren Verbrauchs der Länder. Im ersten Quartal 2023 wurde mehr Strom als üblich importiert, weil die Strompreise in den Nachbarländern günstig waren.

Konstante Erzeugung aus Sonne und Wind

Die Windenergie war die mit Abstand wichtigste erneuerbare Energiequelle. Windenergieanlagen produzierten in der ersten Jahreshälfte 2023 67 TWh und lagen damit leicht unter dem ersten Halbjahr 2022 (ca. 68 TWh). Der Februar war ein schwacher Windmonat und hat damit das Gesamtergebnis gesenkt.

Photovoltaikanlagen speisten im ersten Halbjahr ca. 30 TWh in das öffentliche Netz ein, eine leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr mit 31 TWh, für den hauptsächlich der schwache März verantwortlich war. Die Solarstromanlagen hatten damit einen Anteil von 12,5 Prozent an der öffentlichen Nettostromerzeugung. Am 4. Mai stellten sie einen Rekord auf: erstmals speisten Solaranlagen in Deutschland mehr als 40 GW Leistung ins Netz. Mit etwa 15 TWh Solar- und Windstromerzeugung wurde im Juni ein neuer Monatsrekord für einen Junimonat aufgestellt. Die Wasserkraft produzierte im ersten Halbjahr 9,3 TWh und lag damit über dem Vorjahr mit 8,2 TWh. Die Stromerzeugung aus Biomasse ist mit 21 TWh auf dem Niveau des Vorjahres.

In Summe produzierten die erneuerbaren Energiequellen Solar, Wind, Wasser und Biomasse im ersten Halbjahr 2023 ca. 130 TWh, ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr mit 131 TWh. Der Anteil an der öffentlichen Nettostromerzeugung, d. h. dem Strommix, der tatsächlich aus der Steckdose kommt, lag bei ca. 57,7 Prozent und damit deutlich über dem ersten Halbjahr 2022 (51,8 Prozent).

Rückgang bei nuklearer und fossiler Erzeugung

Die drei letzten Kernkraftwerke haben bis zu ihrer Abschaltung am 15. April 6,7 TWh erzeugt. Im ersten Halbjahr 2022 waren es 15,8 TWh. Auch die Kohlestromerzeugung ist gesunken: Braunkohlekraftwerke produzierten ca. 41,2 TWh, ein starker Rückgang von 21 Prozent gegenüber 2022 (52,1 TWh). Die Nettoproduktion aus Steinkohlekraftwerken nahm ebenfalls um 23 Prozent von 26,2 TWh in 2022 auf 20,1 TWh in 2023 ab. Die Stromerzeugung aus Erdgas ging leicht von 24,3 TWh auf 23,4 TWh zurück.

Neben den Kraftwerken zur öffentlichen Stromversorgung gibt es auch Gaskraftwerke im Bergbau und verarbeitenden Gewerbe zur Eigenstromversorgung. Diese produzierten zusätzlich ca. 24 TWh für den industriellen Eigenbedarf.

Preise für Strom und Erdgas sinken

Der volumengewichtete durchschnittliche Strompreis in der Day-Ahead Auktion lag bei 100,54 Euro/MWh. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber dem ersten Halbjahr 2022 mit 181,28 Euro/MWh.

Der durchschnittliche Preis für Erdgas lag im ersten Halbjahr 2023 bei 45,29 Euro/MWh. Im ersten Halbjahr 2022 lag der Preis bei 99,84 Euro/MWh.

Der durchschnittliche CO₂-Zertifikatspreis pro Tonne CO₂ in Deutschland ist auf 86,96 Euro gestiegen und liegt damit über dem Wert von 2022 mit 83,01 Euro.

Solar- und Windleistung wachsen ungleich

Der Zubau an Photovoltaik-Leistung liegt aktuell im Zielkorridor der deutschen Klimaschutzziele: Allein von Januar bis Mai wurden 5 GW zugebaut, damit würde das Ziel von 9 GW im Jahr 2023 erreicht werden. Der Windausbau liegt dagegen nicht auf Kurs: Bis Ende Mai wurden 1 GW Wind onshore installiert, womit das Ziel von 4 GW Zubau verfehlt würde. Der Zubau bei Wind offshore ist mit 0,23 GW auch noch gering.

Große Bewegung ist im Bereich der Batteriespeicher zu verzeichnen. Im ersten Halbjahr 2023 kamen 1,7 GW Speicherleistung mit einer Speicherkapazität von 2,4 GWh hinzu, sodass nun 5,6 GW Leistung mit 8,3 GWh Kapazität in Deutschland installiert sind. Bis Jahresende wird diese Kapazität auf 10 bis 11 GWh steigen. 

(Pressemitteilung des Fraunhofer-Instituts.)

11. Generalversammlung der BERR

Am Donnerstag (20.Juli 2023) trafen sich knapp sechzig Mitglieder zur ordentlichen Generalversammlung unserer Genossenschaft in Obertraubling bei Regensburg. Die Rekordbeteiligung(!) trotz Sommerwetter zeigt, dass sich viele der Mitglieder für die Geschicke der BERR interessieren, und ihnen die weitere Entwicklung am Herzen liegt. 

Die Versammlung wurde vom Vorsitzenden des Aufsichtsrats Michael Koch geleitet, er hatte neben Begrüßung und Verabschiedung auch die Aufgabe, die notwendigen und vorgeschriebenen Bekanntmachungen und Abstimmungen durchzuführen. Das Genossenschaftsgesetz schreibt für dieses wichtigste Entscheidungsgremium ja bestimmte Formalien vor – Fristen und Abstimmungsthemen sind einzuhalten und zu dokumentieren. 

Der Prüfungsbericht des Genossenschaftsverbands wurde im Rahmen der Tagesordnung auch vorgestellt, er bestätigt, dass die rechtlichen Grundsätze einer ordentlichen Betriebsführung eingehalten wurden.

Die inhaltlich wichtigsten Themen wurden durch Jochen Scherrer, den Vorstandsvorsitzenden präsentiert:

  • Bilanz und Abschlussbericht für das Jahr 2022
  • Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses aus 2022
  • Laufende und angebahnte Projekte

Das Betriebsergebnis in 2022 war gegenüber dem Vorjahr sehr erfreulich gewachsen, dies ist allerdings zum Teil auch den Turbulenzen am Strommarkt zuzuschreiben (hohe Strompreise). Im laufenden Jahr 2023 werden voraussichtlich die Umsätze und auch die Ergebnisse wieder eher im Bereich des Vorjahres (2021) liegen, das wird sich aber erst im weiteren Verlauf des Jahres zeigen.

Ausschüttung von 4% beschlossen

Zur Ergebnisverwendung hatten sich Vorstand und Aufsichtsrat bereits im Vorfeld ausführlich Gedanken gemacht und die Gesamtlage eingeschätzt. Das Resultat war ein Vorschlag für die Generalversammlung, für das Jahr 2022 eine Ausschüttung von 4% des jeweils eingelegten Kapitals zu beschliessen. Dieser Vorschlag wurde auch ohne Gegenstimmen angenommen.

Neue Projekte in Sicht

Jochen Scherrer zeigte sich sehr erleichtert, dass er seit Anfang 2023 mit Justin Schlecht einen kompetenten „Überzeugungstäter“ zur Seite hat, der bei den vielen Anbahnungen und geplanten Projekten tatkräftig viele Aufgaben übernimmt. Für einige vielversprechende davon besteht zur Zeit noch eine Vertraulichkeitsvereinbarung, ein Auszug aus der Pipeline der anderen interessantesten Anbahnungen wurde vorgestellt:

  • Tunnel bei Bernhaldswald
  • Ausschreibung der Stadt Regensburg für insgesamt 15 Dächer
  • Anbahnungen in Neutraubling, Wiesent, Wörth, Thalmassing, Lappersdorf und noch anderen Standorten

Ärgerlich ist bei praktisch allen Projektplanungen, dass die Verteilnetze oft den Anforderungen nicht genügen und die Kooperationsbereitschaft des Netzbetreibers manchmal auch nicht sehr ausgeprägt ist.

Aufstockung des Aufsichtsrats

Die Aufgaben des Aufsichtsrats sind vielfältig und werden alle ehrenamtlich erbracht, sie sollen auf mehr Schultern verteilt werden. Dazu wurde die Aufnahme von zwei zusätzlichen Mitgliedern in das Gremium vorgeschlagen und auch beschlossen. Ohne Gegenstimmen wurden Dr.Erwin Achleitner und Peter Fuermetz gewählt.

Mitglieder werben Mitglieder

Auf Anfragen aus dem Plenum wurde noch einmal ausdrücklich bestätigt, dass die BERR inzwischen wieder neue Mitglieder – auch mit mehr als zwei Anteilen – aufnehmen kann, und dass auch für die derzeitigen Mitglieder die Aufstockung der Anteile wieder möglich und auch ausdrücklich erwünscht ist. Ebenfalls aus dem Teilnehmerkreis meldeten sich Stimmen, die für eine gemeinsame Anstrengung warben, doch jeweils im eigenen Umfeld neue Mitglieder zu gewinnen. Das macht auch wirklich Sinn, die vielen Anbahnungen stellen erhebliche Wachstumschancen in Aussicht. 

Anmerkung des Verfassers dieses Artikels: Mitglieder, die Möglichkeiten und Ambitionen zur Mithilfe im Bereich Marketing und Kommunikation haben, mögen sich bitte bei mir unter peter.fuermetz (at) berregensburg.de melden…

Für eine erfolgreiche und inklusive Energiewende – engage stellt den Energiewende-O-Mat vor

Bei einer Fachkonferenz in Frankfurt am Main stellte das Forschungsprojekt engage den Energiewende-O-Mat vor. Dabei handelt es sich um Deutschlands erste und derzeit einzige digitale Anlaufstelle für Bürger:innen, die sich aktiv in die Energiewende einbringen wollen.

Unter energiewendeomat.de finden die Nutzer:innen Projekte und Initiativen, bei denen sie sich finanziell oder persönlich engagieren können. Die BERR findet man dort, wenn man sich in der Region Regensburg zum Beispiel als Genossenschaftsmitglied beteiligen möchte.

„Die große Mehrheit der Deutschen unterstützt die Ziele der Energiewende und sehen diese als eine Gemeinschaftsaufgabe. Allerdings sind nur wenige Menschen tatsächlich an ihrer Umsetzung beteiligt. Das liegt auch daran, dass oftmals Informationen und niedrigschwellige Möglichkeiten zur Teilhabe an Energiewendeprojekten fehlen. Mit dem Energiewende-O-Mat wollen wir diese Lücke schließen“, erklärt Dr. Kathleen Pauleweit. Sie ist wissenschaftliche Referentin beim engage-Projektpartner Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) und war maßgeblich an der Entwicklung des Online-Tools beteiligt.

Der Energiewende-O-Mat basiere auf der Idee des Wahl-O-Mat und funktioniere ganz ähnlich, so Pauleweit: „Die Nutzer*innen beantworten einige Fragen zu sich und zu ihren Wünschen für ihr Engagement. Auf Basis der Antworten schlägt der Energiewende-O-Mat dann Projekte vor, die den Interessen – etwa eine Verankerung in der jeweiligen Region – der Nutzer*innen am besten entsprechen. So entfällt eine aufwendige Recherche und das Engagement für die Energiewende kann direkt beginnen.“

Für den Energiewende-O-Mat haben die engage-Wissenschaftler*innen in der Forschungsphase nicht nur acht aktuelle Energiewendeprojekte von Unternehmen, Genossenschaften, Verbände und Initiativen aus ganz Deutschland ermittelt, sondern auch fünf Beteiligungsmodelle identifiziert, die breiten Teilen der Bevölkerung einen möglichst einfachen Zugang ermöglichen. Diese sind:

  • Finanzielle Beteiligung, z.B. über Bürgerenergiegesellschaften
  • Freiwilliges Engagement, etwa in lokalen Energiewendeinitiativen
  • Information und Beratung, z.B. Energieberatung durch Verbraucherzentralen
  • Individuelle Stromtarife, durch Ökostromanbieter oder Energiegenossenschaften mit Bürger:innenstromtarif
  • Unterstützung und Förderung, etwa über Schirmherrschaften

Dass diese Beteiligungsmodelle bereits breite Anwendung finden und einen konkreten Beitrag zur Energiewende leisten, machte die internationale engage-Konferenz ebenfalls deutlich. Rund 160 Expert:innen aus ganz Europa kamen zusammen, um sich in Workshops und einem Vor-Ort-Besuch über aktuelle Energiewendeprojekte mit Bürgerbeteiligung und Best-Practices – etwa zur inklusiven Gestaltung der Vorhaben – auszutauschen.

Über engage
engage untersucht das Potenzial von Bürgerbeteiligung und anderen sozialen Innovationen für eine erfol-greiche und inklusive Umsetzung der Energiewende. Im vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderten Projekt arbeiten das Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM), die eueco GmbH, das Bündnis Bürgerenergie und die 100prozent erneuerbare stiftung zusammen.

Das Bündnis Bürgerenergie (BBEn) e.V. setzt sich für die dezentrale Energiewende in Bürgerhand ein. Mit über 250 Mitgliedern vereint es über 500.000 Energiebürger*innen aus ganz Deutschland, die sich einzeln als Privatpersonen oder gemeinschaftlich als Genossenschaftsmitglieder oder als Mitglieder in Organisationen für eine Stärkung der Energiewende in Bürgerhand engagieren. Diese Menschen eint die Überzeugung, dass die Energiewende nur mit breiter Verankerung der Bürgerenergie erfolgreich fortgeführt werden kann. Die BERR ist natürlich Mitglied beim Bündnis Bürgerenergie…

Vorankündigung: BERR Generalversammlung am 20.Juli 2023

Die jährliche Generalversammlung unserer Genossenschaft wird am 20.07.2023 um 18 Uhr im Gasthaus Weitzer, Hauptstraße 13 in Obertraubling stattfinden. Die entsprechende Einladung wurde den Mitgliedern per Mail oder postalisch bereits zugeschickt.

Bitte beachten Sie, dass es sich um eine geschlossene Veranstaltung nur für unsere Mitglieder handelt, keine öffentliche Präsentation.

Die GV findet wieder als reine Präsenzveranstaltung statt. Wir prüfen weiterhin die Möglichkeiten, die sich mit dem geänderten Genossenschaftsgesetz ergeben: ob in Zukunft womöglich auch hybride Versammlungen durchgeführt werden können.

Dieses Mal aber – wie gesagt – wieder live und persönlich. 

Wir freuen uns auf rege Teilnahme, es werden wichtige Themen besprochen:

  • Bericht des Vorstands über das Geschäftsjahr 2022 und zur aktuellen Lage
  • Bericht des Aufsichtsrats über seine Tätigkeit und das Ergebnis der gesetzlichen Prüfung
  • Beschlüsse zum Jahresabschluss 2022, Verwendung des Bilanzergebnisses 2022, Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat
  • Außerdem soll der Aufsichtsrat außerplanmäßig erweitert werden, dazu findet eine Wahl statt.

Ansonsten finden wir bestimmt Zeit und Gelegenheit, uns ausführlich zu aktuellen Projekten und zur Zukunft unserer Genossenschaft auszutauschen.

Damit Sie schon etwas Lust bekommen, hier noch ein paar aktuelle Bilder aus der konkreten Arbeit in unserer PV-Anlage in Bergstetten:

Engagiert. Energiewende. Entfesseln.

Die BERR beim Konvent von Bündnis Bürgerenergie

Max Uthoff und Justin Schlecht (BERR)
Max Uthoff und Justin Schlecht (BERR)

Ich war dabei, beim langen Bürgerenergie-Wochenende in Frankfurt am Main, am 23. und 24.Juni 2023. Und ich bin voller Eindrücke, Anregungen und mit viel Motivation wieder zurück gekommen. Hier ein paar Gedanken im Rückblick.

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BERR auf der „Intersolar“ in München

Die BERR war dabei – auf DER Leitmessse für die Solarbranche in München, die vom 14. bis zum 16. Juni 2023 stattfand. 2.469 Aussteller aus 57 Ländern, über 106.000 Besucher aus 166 Nationen sowie über 2.000 Teilnehmende an den Konferenzen und Side-Events.

Joachim Scherer und Justin Schlecht waren unter den Teilnehmern und konnten interessante Gespräche führen, u.a. mit Caroline Qu, Sales Director von Amerisolar (s. Bild):

  • Am Stand von Fenecon ging es um Speicherlösungen, die auch für unsere geplanten Solarparks immer relevanter werden. Gegen Mittag wird es in Zukunft einen Überschuss an Strom geben und gegen Abend wird dieser gebraucht, deshalb werden wir mit Speichern eine bedarfsgerechtere Stromproduktion ermöglichen können
  • Bei Aero Compact ging es um die Frage, wie Dächer mit einer nicht geeigneten Statik mit PV belegt werden könnten.
  • Sehr vielversprechend waren die Gespräche mit Treesystem über die Möglichkeiten für Parkplatz-PV.
  • Wichtige Trends sind auch farbige Module in Form von Dachziegeln, um denkmalgeschützte Gebäude zu belegen. Bei diesen stellt man überhaupt keinen Unterschied mehr fest – eine sehr beeindruckende Entwicklung. Außerdem wird auch die Wand/Fassaden PV in Zukunft sehr relevant (z.B. von Solarix)

Ob in den Messehallen, den Konferenzen oder den Foren: Das Programm der drei Tage stellte Innovationen, Geschäftsmodelle und Trends rund um die erneuerbare Energiewirtschaft sowie der Elektromobilität in den Fokus. Nach einem starken Konferenzauftakt mit hochkarätiger Besetzung präsentierten Unternehmen einem internationalen Fachpublikum ihre innovativen Produkte und Lösungen für die neue Energie- und Mobilitätswelt. Dabei stellten sie insbesondere Lösungen für die intelligente Verknüpfung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität in den Mittelpunkt – beispielsweise für Kombinationsmöglichkeiten von Photovoltaik, Speicher, Wärmepumpen und E-Mobilität, sowie deren Integration in ein intelligentes Stromnetz.

Messe und Konferenz haben einmal mehr gezeigt: Lösungen, Produkte und Geschäftsmodelle für eine sichere 24/7-Versorgung mit erneuerbarer Energie sind über alle Branchen hinweg vorhanden.

Haben wir wirklich zu wenig Strom?

Häufig ist zu lesen, dass wir zu wenig Strom erzeugen, um die wachsende Zahl an Elektroautos und Wärmepumpen zu versorgen. Gleichzeitig werden aber regelmäßig Erzeugungsanlagen abgeregelt. Unsere Freiflächen-Fotovoltaikanlage in Bergstetten war im Zeitraum eines Monats 10-mal davon betroffen.

Abregelungen des BERR PV-Parks Bergstetten
im Mai und Juni 2023

04.06.23 Wir wurden heute von ca. 10-16 Uhr Uhr abgeregelt 
03.06.23 Wir wurden heute von ca. 11-15 Uhr Uhr abgeregelt
31.05.23 Wir wurden auf 30 % reduziert 
29.05.23 Wir wurden heute von xx-xx Uhr abgeregelt 
28.05.23 Wir wurden heute von 11.09-17.31 Uhr auf 30 % reduziert
27.05.23 Wir wurden heute von xx-xx Uhr abgeregelt
26.05.23 Wir wurden heute von 12.10-15.21 Uhr abgeregelt = 3 Std. 11 Min. Erstattung
20.05.23 Wir wurden heute von 11.14-14.38 Uhr abgeregelt = 3 Std. 24 Min. Erstattung
18.05.23 Wir wurden heute von 10.37-16.32 Uhr abgeregelt = Knapp 6 Std. Erstattung
09.05.23 Wir wurden heute von 10-16 Uhr abgeregelt = 6 Std. Erstattung

Häufig wird vom Netzbetreiber zur Mittagszeit ab 10 bis 16 Uhr abgeregelt oder sogar abgeschaltet. Dies läuft unter dem Begriff Einspeisemanagement (EinsMan). In der Regel erhält die BERR dafür eine Erstattung. Diese wird aber von der Allgemeinheit über die Netzentgelte bezahlt.

Was sind die Gründe für diese Abschaltungen?

Obwohl der Netzbetreiber eigentlich laut Energiewirtschaftsgesetz eine Informationspflicht hat, erfahren wir die Ursachen unserer lokalen Abregelungen nur sehr mühsam. Generell sind die Ursachen meist im Übertragungsnetz begründet. Laut BNetzA Monitoringbericht 2021 sind das 63% von insgesamt 5818 GWh Ausfallarbeit insgesamt. In vielen Regionen von Deutschland sind mittlerweile EinsMan-Maßnahmen nötig. Rund 77 Prozent der Ausfallarbeit entstehen jedoch durch EinsMan-Maßnahmen in den Bundesländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Dabei ist insbesondere Niedersachsen mit rund 45 Prozent betroffen.

In Bayern werden überwiegend PV-Anlagen und in Niedersachsen überwiegend Windkraftanlagen abgeregelt.

Entschädigungszahlungen, verursacht durch Einspeisemanagementmaßnahmen:

Es gibt Lösungsansätze, die schon längst hätten ergriffen werden müssen

  • Speicherung von Ausfallarbeitsstrom
  • Pumpkraftwerke, Batteriespeicher, Elektrolyseure, Wärmespeicher,
  • Förderung des Verbrauchs zu den Spitzenerzeugungszeiten durch variable Stromtarife
  • Ampel App für den optimalen Stromverbrauch: Rot = jetzt Verbraucher ausschalten! Grün: jetzt bitte Verbraucher einschalten!
  • Schlecht regelbare fossile Erzeugungsanlagen abbauen.
  • Biogasanlagen überwiegen flexibel betreiben.
  • Eigenheimspeicher so einstellen, dass diese sich erst ab ca. 11 Uhr aufladen
  • Sektorenkoppelung von Strom, Verkehr, Wärme.

Zusammen mit der BERR können Sie dazu beitragen, die Energie lokal zu erzeugen und auch lokal zu verbrauchen. Wir sind natürlich immer bemüht, dass erneuerbar erzeugte Energie nicht abgeregelt wird, sondern sinnvoll verwendet wird.

Strom vom eigenen Dach – Solarpotenzialkataster

Wenn Sie die Möglichkeit haben, eine Photovoltaik-Anlage zum Beispiel auf das eigene Hausdach zu installieren, werden Sie zuerst mal wissen wollen, ob Ihre Situation dafür überhaupt geeignet ist. Die allerersten Infos gibt es im sogenannten Solarpotenzialkataster.

Dort können Sie überprüfen, ob Ihr Dach grundsätzlich geeignet ist für eine PV-Anlage. Dieses Kataster gibt es in zwei Versionen:

Man sieht auf der Karte (hier als Beispiel die Gemeinde Sinzing) die dunkelgrün gekennzeichneten Dachflächen, das sind diejenigen, die für eine PV-Anlage gut geeignet sein dürften. 

Dieser Service von Stadt und Landkreis Regensburg kommt so zustande, dass Überflugsdaten (Laserscan) in einem vereinfachten Modell abgebildet werden. Die Dachflächen werden automatisch identifiziert, anschließend werden Einstrahlwinkel und andere Faktoren wie zum Beispiel die Verschattung berechnet.

Einfamilienhaus und BERR

Wir von der BERR werden immer wieder angefragt, ob wir auch Anlagen auf Einfamilienhäuser bauen würden. Wir mussten allerdings schon vor einiger Zeit erkennen und beschließen, dass wir für Installationen unterhalb einer bestimmten Kapazität nicht der richtige Partner sind. Konkret sind das 30 KWp, erst ab dieser Größe macht eine Kooperation mit der BERR Sinn. Wie viel KW kann Ihr Dach nun in der Spitze liefern? Dazu gilt die Faustregel, dass für 1 KWp ungefähr 6-10 Quadratmeter nötig sind. Typische Einfamilienhäuser sind in der Regel unter dieser Größenordnung von 30 KWp, darum baut und betreibt die BERR oft Dachanlagen auf öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Turnhallen, Gemeindeämtern etc.

Grüner Strom vom eigenen Dach

Wenn Sie also überlegen, auch zum regionalen und nachhaltigen Stromproduzenten zu werden, ist dieses Solarpotenzialkataster eine gute erste Anlaufstelle. Der nächste Schritt wäre dann eine fachkundige Beratung, zum Beispiel von einem professionellen Handwerksbetrieb oder auch zuerst mal von „neutraler“ Stelle wie der Energieagentur Regensburg. Die Beratung beinhaltet in der Regel die konkrete Eignungsprüfung des Dachs, aber auch die Klärung der Anschlussmöglichkeiten oder die derzeit gültigen Förderungs-Richtlinien. Neben der Finanzierung müssen dann auch die Anmeldungen beim Netzbetreiber und der Bundesnetzagentur organisiert werden. Dabei hilft Ihnen aber ganz sicher Ihr Innungs-Fachbetrieb.

Sollten Sie selber keine Möglichkeiten haben, grünen Strom zu erzeugen, kennen Sie vielleicht jemanden, für den oder die das Solarpotenzialkataster eine sinnvolle erste Anlaufstelle ist.

Wenn Ihre Gegebenheiten allerdings womöglich eine Anlage mit 30KWp oder mehr bedeuten würden, freuen wir uns natürlich auf Ihren Kontakt…